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Königsberg - Ordensburg, Hanse, Kant und
Preußens Hauptstadt

Königsberg, das heutige russische Kaliningrad , war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Teil der deutschen Provinz Ostpreußen. Die Geschichte Königsbergs geht auf das Jahr 1255 zurück. In diesem Jahr legte der Deutsche Orden während seines Zweiten Kreuzzuges gegen die Pruzzen am Ufer des Pregel eine Burg gleichen Namens an. Der Ordensstaat wurde 1525 aufgelöst, Preußen wurde weltliches Herzogtum. Mit der Krönung des Kurfürsten Friedrich III. zum preußischen König Friedrich I. wurde das Herzogtum 1701 zum Königreich Preußen erhoben. Der Philosoph Immanuel Kant (1724-1804) soll sein gesamtes Leben in Königsberg verbracht haben.

Preussen fing in Königsberg an
1871 wurde Ostpreußen Teil des Deutschen Reiches

1871 wurde Ostpreußen Teil des Deutschen Reiches. Als Westpreußen nach dem Ende des Ersten Weltkrieges zu Polen kam, wurde Ostpreußen zur deutschen Exklave. Das Gebiet war mit dem Deutschen Reich durch den „polnischen Korridor“ verbunden.

Könisgberg wird zu Kaliningrad

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebiet 1945 der Sowjetunion angegliedert. Aus der Stadt Königsberg und dem umgebenden Gebiet wurden Kaliningrad und die Kaliningradskaja Oblast . Das Gebiet wurde 1946 zum militärischen Sperrgebiet umfunktioniert. Im Zuge der Perestroika erklärte die russische Regierung 1991 die Region nach mehr als 40 Jahren wieder für frei zugänglich. Im gleichen Jahr erfolgte die Unabhängigkeitserklärung Litauens, ein paar Monate später zerfiel die Sowjetunion - Kaliningrad wurde als Teil der Russischen Föderation zur Exklave.

Kaliningrad ist Exklave Russlands im Meer der EU

Das Kaliningrader Gebiet ist umgeben von den Ländern Polen und Litauen, im Westen bildet die Ostsee eine natürliche Begrenzung. Schmale Landstreifen, die Kurische und die Frische Nehrung, mit bis zu 70 Meter hohen Dünen trennen das Kurische und das Frische Haff von der Ostsee ab. Berühmt ist das Kaliningrader Gebiet für seinen Bernstein. Rund 90 Prozent der weltweit bekannten Vorkommen lagern hier. Kaliningrad ist der westlichste der 89 zu Russland gehörenden Verwaltungsbezirke. Der Kreml versucht, die Exklave politisch und wirtschaftlich möglichst eng an das Kernland anzubinden. Gegenwärtig wird das Gebiet von Gouverneur Georgi Boos regiert, der im Herbst 2005 von Präsident Wladimir Putin ernannt wurde.

Putin läßt die Sonderwirtschaftszone Kaliningrad runderneuern – Standbein für Russland an der Ostsee – Russisches Baltikum

Im Zuge der EU-Osterweiterung 2004 mussten für Kaliningrad Sonderabkommen über den Transit und Reisen in die Nachbarländer ausgehandelt werden, die unter anderem die kostenlose Ausgabe von Visa für die Kaliningrader Bevölkerung vorsehen. Um die Nachteile der Exklavenlage auszugleichen, wurde das Gebiet Anfang der neunziger Jahre als Sonderwirtschaftszone ausgerufen. Aber erst seit das im April vorigen Jahres beschlossene Gesetz diverse Steuer- und Zollvorteile langfristig festschreibt, kann man von einem ökonomischen Aufschwung in der russischen Exklave an der Ostsee sprechen.

(Aktualisiert am 9.3.2007, dh)


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